8 Tage Wandern und Meditieren in der Wildnis Lapplands zur Sommersonnenwende 2020


In diesem Retreat streifen wir gemeinsam 8-10 Tage durch die Berge und Täler Lapplands. Das mache ich bereits seit dem Jahr 1998 immer wieder. Anfangs lag der Fokus meist auf dem Erkunden der Schönheit der Landschaft und dem Bestehen von Abenteuern. Dazu gehörten natürlich intensive Gefühle und Empfindungen, die stetig z.B. zwischen Lebendigkeit und Erschöpfung oder Entzücken und Ehrfurcht wechselten. Im Jahr 2007 habe ich den gesamten Frühling, Sommer und Herbst in Abisko verbracht, um dort Daten für meine Diplomarbeit über Permafrost, Vegetation und Klimawandel aufzunehmen – weil dieser in Lappland viel schneller voranschreitet als z.B. in Deutschland, und seine Folgen deshalb dort viel früher erkennbar sind. Seitdem halte ich auf allen Besuchen in Lappland immer auch Ausschau nach klimabedingten Veränderungen in der Natur und Landschaft am Wegesrand. Diese Beobachtungen stellen die Reise in direkte Verbindung zu meinem Leben in Deutschland – und natürlich dem Leben aller anderen Menschen und Lebewesen. Daraus wird ersichtlich und direkt erfahrbar, wie wichtig es ist, dass wir lernen für uns selbst und gleichzeitig auch für die gesamte Welt Verantwortung zu übernehmen.

Diese direkte Verbindung zum Leben – und damit eine Besinnung auf die Dinge im Leben, die (mir) wirklich wichtig sind – entdecke ich noch viel klarer und direkter, seitdem ich die uralten Unterweisungen zur Meditation und zum Erlangen innerer Ruhe und Erkenntnis, welche ich seit 2009 von Lehrern des Tibetischen Buddhismus übertragen bekommen habe, mit nach Lappland nehme. Diese Menschen haben Ihre essentiellen Erkenntnisse über Leben und Sterben, Glück und Leid meditierend und lebend in Wäldern und Bergen erlangt. Und genau das ist es, was mich beflügelt, nicht mehr nur zu Wandern, sondern achtsam zu Wandern, und vor allem jeden Tag ausreichend Zeit für Meditation und Einkehr in und rund um das Lager zu ermöglichen. Dadurch wird die Reise in die Wildnis Lapplands eine Reise in die eigene Wildnis, also das Unbekannte und oft Übersehene in mir selbst. All dies möchte ich mit Ihnen teilen – wenn Sie möchten und bereit dafür sind.

Je nach Gegebenheiten erfahren, üben und lernen wir hier unter anderem:

  • Das einfache Sein in Wäldern und Bergen: Vielfalt (Geräusche, Gerüche, Farben, Formen) und Veränderung (Wind, Sonne, Regen, Wolken, Tag und Nacht).
  • Meditation, Achtsamkeit und Einstellungen, die es dem Geist erlauben, zur Ruhe zu kommen und mit Natur und Umwelt in Verbindung zu treten.
  • Gewahrsein von Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen / Emotionen.
  • über das Entstehen in gegenseitiger Bedingtheit, Vergänglichkeit und stetem Wandel als natürliche Prinzipien von Körper, Geist und Leben.
  • persönlich, sozial und ökologisch konstruktive Sichtweisen, Einstellungen und Emotionen.

Dies kann hilfreich sein beim Umgang mit:

  • schwierigen Gedanken, Emotionen und Situationen und daraus entstehendem Stress im Alltag.
  • mit sich selbst, persönlichen Herausforderungen und bei der Entscheidungsfindung.
  • anderen Menschen und fühlenden Wesen.
  • bei der Sinnsuche im Leben und Gefühlen der Entfremdung von sich selbst, anderen und der Welt.
  • emotionaler Hin- und Hergerissenheit zwischen eigenen Bedürfnissen und sozialer und ökologischer Verantwortung
  • der Entwicklung von persönlichen oder beruflichen Zielen, Visionen und Strategien als Teil einer verbundenen Welt.

Um dies zu ermöglichen nutzen wir moderne Methoden aus dem wissenschaftlich verifizierten Achtsamkeitsprogramm MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction), traditionell Buddhistische Meditationstechniken und deren Psychologie, und ganz viel unserer persönlichen Erfahrungen im Hier und Jetzt. Ab und an werde ich kleine Beiträge und Anekdoten aus der Wissenschaft zu Themen wie Wald, Natur und Umwelt, Klima oder auch Umweltpsychologie etc. einstreuen. Die Veranstaltung ist für Menschen aller Glauben- und Nichtglaubensrichtungen offen und geeignet.

Organisatorisches


Unsere kleine Gruppe besteht aus maximal 8 Teilnehmer|innen. Die genaue Route wird entlang meist kleiner Weg in abgelegenen Tälern verlaufen. Wir laufen ca. 10 km pro Tag, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Manchmal passieren wir bewirtschaftete Hütten. Trotzdem muss jeder und jede vollständig ausgerüstet, d.h. mit Kleidung, Zelt etc., Kochutensilien und Verpflegung ausgestattet sein - und diese auch selbst tragen (ca. 15-18 kg). Wir werden ein Tippi haben, in dem wir gemeinsam Kochen und Essen können, und das uns als geschützter Meditations- und Gruppenraum dient. Unterstützt werden wir von einem Guide. Gewöhnliche Toiletten werden nur vorhanden sein, wenn wir an Hütten vorbeikommen; sonst gilt es, geschützte Orte im Wald zu finden. Meist wird es kein Mobilfunknetz und auch sonst keine Kommunikationsmöglichkeit mit der Zivilisation geben; keine Straßen, keine Autos, keine Möglichkeit, einfach abzubrechen. Für Notfälle gibt es ein Satellitennotsender und Rettungshubschrauber. Eine sehr gute Grundkondition und natürlich die entsprechende Ausrüstung sind wichtige Bedingungen für die Teilnahme. Die Anfahrt und Rückfahrt erfolgt idealerweise mit dem Zug und dauert von Deutschland aus je nach Wohnort jeweils ca. 2 bis 3 Tage. Detailinformationen folgen, sobald sich ausreichend Interessenten|innen gefunden haben.

Anmeldung & Kosten


Details folgen ...